Siemens baut neue Metro-Linie

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Siemens hat vom städtischen Verband Rennes Métropole in Rennes, Frankreich, den Auftrag zum Bau einer vollautomatischen und fahrerlosen Metro-Linie mit einem Auftragswert von mehr als 200 Millionen Euro erhalten. Siemens ist dabei für die komplette Realisierung der schlüsselfertigen Anlage verantwortlich. Der Auftrag umfasst die ersten Planungen für die Linie über die Installation von Kommunikations-, Leit- und Sicherheitstechnik sowie die Lieferung der 19 Cityval-Fahrzeuge. Die Strecke soll Ende 2018 eröffnet werden.
Siemens hatte bereits die erste vollautomatische und fahrerlose Linie A in Rennes gebaut, die 2002 eröffnet wurde. Die neue Linie B wird überwiegend unterirdisch mit einer Gesamtlänge von 12,6 Kilometern und 15 Stationen von der Innenstadt in Richtung Südwesten und Nordosten verlaufen. Zum Einsatz kommen die gummibereiften automatischen Fahrzeuge der Fahrzeug-Familie Cityval, die vor allem auf kurzen Strecken mit kurzem Haltestellenabstand von Vorteil sind. Auch ohne Personal in den Zügen und auf den Bahnhöfen bietet das Val-System den Passagieren größtmögliche Sicherheit. Diese wird durch ein Funk-System zur automatischen Zugsteuerung zwischen Schienenfahrzeug und Streckenausrüstung (Communication Based Train Control: CBTC) sowie durch Videokameras im Zug gewährleistet. Ein modernes Innendesign mit großzügigen Fenstern, Monitoren und einem Fahrgastinformationssystem sorgen für ein hohes Maß an Komfort.
Zufriedene Fahrgäste durch kurze Zugintervalle
Für die Stadt Rennes ist der Cityval als Zweiwagenzug konzipiert worden. Jeder Wagen ist 11,2 Meter lang, 2,65 Meter breit und bietet Platz für bis zu 100 Passagiere. Der Einsatz der Züge kann flexibel an das Passagieraufkommen angepasst werden, so dass zur Rush-Hour die Metros im 2,5-Minuten-Takt oder mit noch kürzeren Zugfolgezeiten fahren können. Die kurzen Zugintervalle und folglich die kürzeren Fahrzeiten sind ein großes Plus für die Fahrgäste, denn die Gummibereifung des Cityvals macht ein schnelles Anfahren und den punktgenauen Halt der Züge in den Stationen möglich. Die Kapazität ist für 4.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung ausgelegt und kann später auf bis zu 15.000 Personen erhöht werden.
Seit der Einführung des Nahverkehrssystems Val vor rund 27 Jahren hat Siemens Mobililty das System kontinuierlich auf den neusten Stand der Technik gebracht sowie Sicherheit und Fahrgastkomfort optimiert. Der Cityval ist eine Weiterentwicklung des Val-Systems, das Siemens Mobility gemeinsam mit Lohr Industries im Rahmen des Neoval-Forschungsprogramms realisiert hat. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines intelligenten, modularen Zuges für innerstädtische Verbindungen (Cityval) sowie für den Personentransport auf Flughäfen (Airval). Dabei ist Lohr Industrie für die Umsetzung des Designs und die Produktion des neuen Fahrzeugs zuständig. Siemens hingegen ist für das komplette System vom Design bis zur Implementierung sowie für die Projektdurchführung, Marketing und Vertrieb verantwortlich. Außerdem ist Siemens zuständig für die Zugsicherungstechnik, Kommunikationssysteme, Fahrgastinformationssysteme, Bahnsteigtüren, Stromversorgung, Fahrwege und den Betriebhof.
Weltweit hat Siemens Mobility bereits elf vollautomatische Metros des Val-Typs realisiert – darunter vier Flughafenzüge: an den Flughäfen Orly und Charles de Gaulle (zwei Linien) in Paris, Frankreich, sowie am O’Hare-Flughafen von Chicago, Illinois, USA. Gleichzeitig werden Val-Systeme im Stadtgebiet eingesetzt: In den französischen Städten Lille (zwei Linien), Toulouse (zwei Linien) und Rennes, sowie in Taipei, Taiwan, und in Turin, Italien. Derzeit baut Siemens ein Val-System in der Stadt Uijeongbu, Korea.
Quelle: Siemens AG


