Verkehrsunfälle: Historischer Tiefstand

Die aktuellen Zahlen der Bundesanstalt Statistik Austria ergeben, dass im Jahr 2010 ein historischer Tiefstand bei der Zahl an Verkehrsunfällen, Verletzten und Verkehrstoten zu verzeichnen ist. Im Jahr 2010 ereigneten sich laut Statistik Austria auf Österreichs Straßen
35.348 Unfälle, bei denen 45.858 Personen verletzt und 552 getötet wurden. Gegenüber 2009 sind das um 6,8 Prozent weniger Unfälle und um 6,7 Prozent weniger Verletzte. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich sogar um 12,8 Prozent. Damit wurden bei allen drei Größen die niedrigsten Werte seit Beginn der einheitlich geführten Unfallstatistik im Jahr 1961 verzeichnet.
Längerfristig betrachtet verringerte sich die Zahl der Unfälle und Verletzten in geringerem Ausmaß als jene der Verkehrstoten. Im Zehn-Jahresvergleich (2001 bis 2010) sank die Zahl der Unfälle und Verletzten um je 18 Prozent, jene der Verkehrstoten um 42 Prozent. Die Daten zeigen, dass die Verkehrstoten vorwiegend männlich sind. Während 56 Prozent aller Verletzten Männer waren, beträgt ihr Anteil an der Zahl der Getöteten 74 Prozent, in der Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen sogar 84 Prozent.
Deutlich weniger Verkehrstote bei Alkoholunfällen
Mit 2.256 Alkoholunfällen (-9,4 Prozent) und 3.063 Verletzten (-10,1 Prozent) waren die prozentuellen Rückgänge gegenüber 2009 höher als bei den jeweiligen Gesamtzahlen. Mit 33 Verkehrstoten bei Alkoholunfällen betrug das Minus gegenüber dem Jahr davor sogar 28,3 Prozent (13 Getötete weniger). Jeder 17. Verkehrstote war nach offiziellen Zahlen Opfer eines Alkoholunfalles, im Jahr 2009 war es noch jeder 14. Vor rund 30 Jahren kamen zehn Mal so viele Menschen bei Alkoholunfällen ums Leben.
In der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen sank die Zahl der alkoholisierten UnfalllenkerInnen um zehn Prozent, bei den 19-Jährigen sogar um ein Drittel. Bei den 25- bis 34-Jährigen betrug der Rückgang 19 Prozent. Obwohl Alkohol am Steuer nach wie vor ein hauptsächlich männliches Problem ist, steigt der Anteil alkoholisierter Frauen im Straßenverkehr kontinuierlich. Waren vor 20 Jahren vier Prozent aller alkoholisierten unfallbeteiligten LenkerInnen weiblich, sind es mittlerweile bereits zwölf Prozent.
Rückgang bei Unfällen mit Kindern
Auch beim Unfallgeschehen mit Kindern zeigt sich eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr: Die Anzahl der verletzten Kinder reduzierte sich um 8,4 Prozent (2010: 2.914; 2009 3.182). Im Jahr 2010 wurden zehn Kinder getötet, 2009 waren es 15.
Weniger Unfälle mit einspurigen Kfz, Radfahrern und Fußgängern
Einfluss auf das Verkehrsaufkommen und damit auf das Unfallgeschehen hat neben vielen anderen Faktoren auch das Wetter. Dieses war laut ZAMG im Vorjahr von einem schneereichen Winter 2009/2010, einem verregneten Sommer 2010 und einem kalten Start in den Winter 2010/2011 geprägt.
Dies spiegelt sich auch in den Daten zur Unfallstatistik 2010 wider: Mit Ausnahme der Monate März, April und November wurden in allen Monaten die seit 1961 niedrigsten Unfallzahlen verzeichnet. Die höchsten prozentuellen Rückgänge traten bei Unfällen mit einspurigen Kfz (7.475, rd. 1.000 weniger oder -12 Prozent), Radunfällen (4.882; rd. 600 weniger oder -11 Prozent) und Fußgängerunfällen (3.836; rd. 280 weniger oder -7 Prozent) auf. Die Zahl der Pkw-Unfälle ging hingegen nur von rund 30.300 auf rund 28.600 zurück.
Weniger Todesopfer gab es bei allen Hauptgruppen von VerkehrsteilnehmerInnen, die Zahl der getöteten FußgängerInnen blieb jedoch nahezu unverändert.
Unfälle mit schweren Lkw
Unfälle, an denen Lkw über 3,5 Tonnen beteiligt waren, verliefen 2010 besonders folgenschwer. Es ereigneten sich zwar weniger solcher Unfälle (1.511 Unfälle, -2,3 Prozent), bei diesen kamen aber besonders viele VerkehrsteilnehmerInnen ums Leben (101 gegenüber 82 im Jahr 2009). Somit war jeder fünfte Verkehrstote Opfer eines Unfalls, an dem ein schwerer Lkw beteiligt war, auf Autobahnen sogar jeder dritte.
Zehn Jahre Ö3-Verkehrsaward
Einen wesentlichen Beitrag bezüglich des Rückgangs der Verkehrsunfälle leistet auch das Ö3-Verkehrsservice. Dieses liefert seit über 30 Jahren zuverlässig und schnell, alle Informationen rund um Österreichs Straßen. ORF-Radiodirektor Karl Amon: „Ö3 ist die schnellste, verlässlichste und genaueste Verkehrsinformation, die aus Österreich nicht mehr wegzudenken ist. Das geht aber nur dank des großen Einsatzes und der Unterstützung der Ö3verInnen, der Blaulichtorganisationen, der Straßenmeistereien und des öffentlichen Verkehrs.“
Zum bereits zehnten Mal wurde der Ö3-Verkehrsaward verliehen. Das Hitradio Ö3 zeichnete in sechs Kategorien all jene aus, die täglich einen Beitrag zur Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen leisten. Die Burgenländerin Eva Süss wurde zur Ö3verIn der Jahres gekürt, die durch ihr sofortiges Eingreifen einen Unfall verhindern konnte. Frau Süss war mit ihrem Pkw auf der Wiener Außenringschnellstraße unterwegs als plötzlich ein Radfahrer auf der Fahrbahn auftauchte. Sofort informierte sie die Ö3-Verkehrsredaktion, die darauffolgend die Autobahnpolizei verständigte. Diese konnten durch ihr schnelles Einschreiten einen Unfall abwenden.
Seit mittlerweile 17 Jahren unterstützen Ö3verInnen die Ö3-Verkehrsredaktion mit Informationen rund um Unfallstellen, Gefahren auf Österreichs Straßen, etc. Inzwischen sind in etwa 20.000 AutofahrerInnen als Ö3ver registriert und leisten tagtäglich ihren Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit.
Basis: Pressemitteilung der Bundesanstalt Statistik Österreich
Pressemitteilung des Hitradio Ö3


